Kurhaus und Casino

Die Geschichte des Glücksspiels

Eng mit der Geschichte Baden-Badens verwoben, ist die Geschichte des Glücksspiels, dessen Anfänge wohl auf das Jahr 1748 mit dem Erlass des Markgrafen zurückgehen, den Badewirten das Glücksspiel zu erlauben. Seit 1824 wird im Casino Baden-Badens gespielt. 1838 übernahm Jacques Bénazet die Leitung des Casinos, nachdem die Pariser Spielbanken geschlossen worden waren, und investierte kräftig in die Stadt Baden-Baden. Seinem Engagement verdankt Baden-Baden auch heute noch eine Reihe von Sehenswürdigkeiten und bedeutenden Einrichtungen.

Zehn Jahre nach der Übernahme der Spielbank Baden-Baden verstarb Jacques Bénazet und sein Sohn, Edouard, übernahm Leitung und Engagement des Vaters. Er finanzierte zugunsten der Erweiterung des Casinos den Bau des Theaters in Baden-Baden.

Felix Mendelssohn-Bartholdy und das Glücksspiel

Eine schöne Geschichte um das Casino und das Kurhaus rankt um eine Begebenheit mit dem damals 18 Jahre alten Felix Mendelssohn-Bartholdy. Im 1824 fertiggestellten Neuen Konversationshaus, dem heutigen Kurhaus, sollte der junge Virtuose 1827 spielen, was er mit solcher Kunstfertigkeit bewerkstelligte, dass Edouard Bénazet eingriff:
„Der Entrepreneur der Spielbank war wütend auf mich. Ich hätte ihm durch mein Spiel eine Menge Leute vom Roulette weggelockt, das sei gegen seinen Kontrakt und er brachte es dahin, daß das Klavier gestern weggenommen wurde.“
(Aus einem späteren Brief von Felix Mendelssohn-Bartholdy, zitiert nach: Helmut Bischoff, Baden-Baden, Dumont Kunstreise)

1872 wurde im neu gegründeten Deutschen Reich das Glücksspiel reichsweit verboten, ein Verbot, das die Stadt Baden-Baden zwang, sich als Ort des Tourismus neu zu erfinden. Die Rückbesinnung auf die Qualitäten als Bade- und Kurort war die Folge des Verbots, bis 1933 das Verbot aufgehoben wurde.

Von 1944 bis 1950 war das Casino Baden-Baden erneut geschlossen, bevor es in der noch jungen Bundesrepublik wieder eröffnet werden konnte. Es gilt heute als eines der schönsten Spielcasinos Europas, vielleicht sogar der Welt.

Das Kurhaus

1821 bis 1824 erbaute der badische Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner das „Neue Konversationshaus“, das heutige Kurhaus. Der Mittelbau des Kurhauses wird ergänzt durch das Restaurant im linken Teil des Nebengebäudes und das Casino im rechten Teil. Acht korinthische Säulen tragen den Vorbau des Kurhauses.

Auch heute noch ist das Kurhaus Ort bedeutender Veranstaltungen und Konzerte, wie dem Ball des Deutschen Sports oder der Konzerte der Baden-Badener Philharmonie.

Vor dem Kurhaus liegen die Kolonnaden, ehemals als Bretterbuden für Händler gebaut, 1866/67 in der heutigen Form gebaut, bieten sie ein stilvolles Ambiente für den gehobenen Einkauf.

 

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