Nationalpark Schwarzwald – Der Nationalparkplan wird konkret

Die Planungen für den Nationalpark Schwarzwald werden konkret. Auf einer gut besuchten Informationsveranstaltung für die Baden-Badener Öffentlichkeit stellten die Verantwortlichen des Nationalparks Schwarzwald am Mittwoch, den 13.6.2018 den aktuellen Stand und die weiteren Planungen dar. Mit Infoständen und Tafeln im Goldenen Löwen in Lichtental, aber auch interessanten Vorträgen wurden Interessierte über wesentliche Aspekte der weiteren Planung informiert. Für Baden-Baden, so OB Frau Mergen, ist der Nationalpark Schwarzwald, an den die Stadt ein Waldareal von rund 500 Hektar abgetreten hatte, ein wichtiges Thema.

Nationalpark Schwarzwald

Präsentation der Nationalparkplanungen im Goldenen Löwen in Lichtental
Foto: Peter Dippold

Informationsschwerpunkte waren dabei ein Vortrag zu den Planungen im Verkehrsbereich mit einem Vortrag von Valentin Gauss, Projektleiter für das Nationalpark Verkehrskonzept im Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und das Wildtiermanagement, vorgetragen von Friedrich Burkhardt. Bereits vor Eröffnung der Veranstaltung bekamen Vertreter der Presse die Möglichkeit geboten, sich mit weiteren Inhalten der anstehenden Planungen auseinanderzusetzen.

Natur Natur sein lassen

In seinem hochinteressanten Vortrag zum Thema Wildtiermanagement stellte Friedrich Burkhardt dar, was Prozessschutz konkret für die Entwicklung des Nationalparks Schwarzwald bedeuten wird. In drei Etappen, Meilensteine nannte Friedrich Burkhardt sie, ist geplant, Kernzonen ohne Jagd und menschliche Eingriffe in die Natur zu schaffen. Der erste Meilenstein umfasst bis 2020 30% der Fläche des Nationalparks. In diesen Bereichen des Prozessschutzes kann sich die Tier und Pflanzenwelt ohne Eingriff des Menschen entwickeln, was interessante Forschungsarbeiten auch im Hinblick auf die Bewältigung des Klimawandels durch die Natur ermöglicht.

Den Bedenken anliegender Waldbesitzer wird ebenfalls Rechnung getragen. Außerhalb der Kernzonen wird die Abschussquote für den gesamten Nationalpark erfüllt, um Schäden an den angrenzenden Waldgebieten zu vermeiden.

Nationalpark Schwarzwald

Reges Interesse auch an den Informationsständen
Foto: Peter Dippold

Bis 2030 sollen dann 51% des Naturparks zu solchen Kernzonen werden, bis 2044 sogar 75%. Werden diese Planungen realisiert, dann entsteht hier ein einzigartiges Biotop für Deutschland.

Zugleich aber soll der Naturpark Schwarzwald auch weiterhin für die Bevölkerung der Region, wie auch Touristen, ein Ort der Ruhe und Erholung bleiben. Keine leicht zu lösende Aufgabe, wie der Vortrag von Valentin Gauss zu den Planungen im Verkehrssektor deutlich machte.

Nur 2% der Besucher des Nationalparks Schwarzwald kommen aktuell mit den Mitteln des öffentlichen Nahverkehrs

Aktuell kommen lediglich 2% der Besucher des Nationalparks mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den Park, eine aus Sicht der Planer eine viel zu niedrige Quote. Diese unbefriedigende Situation zu Verbessern werden seitens der Beteiligten erhebliche Anstrengungen unternommen, die vom Management der Parkflächen, über ein verbessertes Angebot des ÖPNV bis hin zu neuen Angeboten der Digitalisierung reichen. Dem Besucher der Zukunft sollen dabei besser vernetzte Informationen per Vorab-Download auch dann zur Verfügung stehen, wenn er beispielsweise im Nationalpark selbst kein Mobilfunknetz verfügbar ist.

Die Anreise der Zukunft soll für einen weitaus größeren Teil der Besucher als heute in Kombination von individueller Anreise, dem Angebot von Park&Ride Parkflächen und ein verbessertes ÖPNV-Angebot zur Verfügung stehen, das Anreize zum Umsteigen schafft. Noch 2018 sollen ein bis zwei Regiobusse eingerichtet werden, welche die Besucher an die zentralen Ausgangspunkte im Nationalpark bringen können. Eventuell sind hier Kombinationen von Eintrittspreisen und Tickets des ÖPNV denkbar. Perspektivisch werden die Parkplätze in Herrenwies und Ruhestein kostenpflichtig. Am 9.7. ist die finale Beratung des künftigen Verkehrskonzepts anberaumt.

Die ambitionierte Zielsetzung des Verkehrskonzeptes für den Nationalpark Schwarzwald: Mittelfristig sollen bis 20% der Anreisen mit dem ÖPNV erfolgen.

 

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